Gestaltung von Reisefilmen

  • Zum neuen Beispiel:
    es ist sicherlich interessant, darüber zu diskutieren. Ich halte es jedoch für einfacher, Einblicke in das öffentliche Leben von Japan zu zeigen als soziale Probleme in Kambodscha. Japan kann man sicherlich zeigen, ohne viel zu kommentieren.

    Ich möchte nur eines zu bedenken geben. Man muss sich überlegen, für welche Zielgruppe man das Urlaubsvideo erstellt. Mancher gute Film kommt nicht gut an, wenn Du ihn dem 'falschen' Zuschauerkreis vorführst. Was Du vielleicht einem interessierten Japan-Besucher von dem Land zeigen kannst, würde Deine Familie unter Umständen wenig beeindrucken. Die möchten sich selbst erkennen, einfach gute Erinnerungen haben.

    Unterschiedliche Interessen, die aber berücksichtigt werden müssen.
    Viele Grüße,

    Hans-Joachim

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dr. Wahn ()

  • Anfangs war ja mal von Reise- oder Urlaubsfilmen die Rede.
    Das sind die gezeigten Beispiele mit Sicherheit nicht. Ich würde sie unter Fantasie-, Experimental- oder Kunstfilm einordnen. Beim BDFA gibts dafür eine eigene Wettbewerbsebene. Die Meßlatte hängt da allerdings ziemlich hoch, wenn man einen Blumentopf gewinnen will... :besoffen:

    Es spricht nichts dagegen, solche Experimente zu machen und sie dann auf YouTube oder Vimeo zu zeigen. Da passen sie gut hin. Wer nach einer Reise seinen Mitreisenden allerdings nur 5 Minuten Experimente mit rückwärts laufender Musik vorzeigt, der wird sich Feinde machen...

    Warum also nicht mehrgleisig fahren?
    Ein 3-Std-Film für die Dabeigewesenen, ein 15-Min-Film für Außenstehende und ein oder zwei Kunstformen davon fürs Internet?
    Es gibt da keine Beschränkung.

    Gruß Wiro
    Never approach a computer thinking this will only take 5 minutes

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wiro ()

  • Original von Wiro
    Anfangs war ja mal von Reise- oder Urlaubsfilmen die Rede.
    Das sind die gezeigten Beispiele mit Sicherheit nicht. Ich würde sie unter Fantasie-, Experimental- oder Kunstfilm einordnen. Beim BDFA gibts dafür eine eigene Wettbewerbsebene. Die Meßlatte hängt da allerdings ziemlich hoch, wenn man einen Blumentopf gewinnen will... :besoffen:


    Das stimmt, wenn man sich an die Wettbewerbsbestimmungen des BDFA hält... Ich definiere den Reisefilm für mich jedoch umfassender, also nicht allein auf Reportagen oder Dokumentationen beschränkt. Manche Preisgekrönte Reisefilme halte ich für überaus langweilig, sobald man versucht, über die Exotik des im Film gezeigten fremden Landes einmal hinwegzusehen. Das möchte ich vermeiden. Deshalb suche ich nach einer Form, die es mir erlaubt, meine eigenen Eindrücke und Gefühle einem Zuschauer überzeugend zu übermitteln. Wie bereits gesagt: Und außerdem will ich mich nicht selbst langweilen.

    Viele Grüße
    Frank

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von pronath ()

  • Es widerstrebt mir ein bischen hier zu urteilen, wenn man den Autor nicht beteiligen kann. Kyoto und der erste Tokyo Film zeigen mir eigentlich nur, dass der Autor begeisterter U-Bahn Fahrer ist. Von den vielen Schichten Tokyos (many layers) bekomme ich nichts zu sehen.
    Der Beitrag "Auf der Strasse" vom gleichen Autor ist zwar etwas lang aber eine sehr schöne Beobachtung, die jedem Reisefilm gut zu Gesicht stehen würde.

    Gruß Wolfgang
  • Original von pronath
    Original von Wiro
    Anfangs war ja mal von Reise- oder Urlaubsfilmen die Rede.
    Das sind die gezeigten Beispiele mit Sicherheit nicht. Ich würde sie unter Fantasie-, Experimental- oder Kunstfilm einordnen. Beim BDFA gibts dafür eine eigene Wettbewerbsebene. Die Meßlatte hängt da allerdings ziemlich hoch, wenn man einen Blumentopf gewinnen will... :besoffen:


    Das stimmt, wenn man sich an die Wettbewerbsbestimmungen des BDFA hält... Ich definiere den Reisefilm für mich jedoch umfassender, also nicht allein auf Reportagen oder Dokumentationen beschränkt. Manche Preisgekrönte Reisefilme halte ich für überaus langweilig, sobald man versucht, über die Exotik des im Film gezeigten fremden Landes einmal hinwegzusehen. Das möchte ich vermeiden. Deshalb suche ich nach einer Form, die es mir erlaubt, meine eigenen Eindrücke und Gefühle einem Zuschauer überzeugend zu übermitteln. Wie bereits gesagt: Und außerdem will ich mich nicht selbst langweilen.

    Viele Grüße
    Frank


    Hallo Frank,

    das ist Deine Meinung und die respektiere ich, aber unterstreichen kann ich das nicht was Du schreibst. Aus eigener Ehrfahrung. Natürlich kann man mal mit einer Jury Pech haben, aber in der Regel siehst Du beim BDFA-Reisefilm klasse Streifen. Meine Autor-Empfehlung z.B.: Michael Preis aus Dortmund! Der setzt z.B. Deine eigenen, hier genannten Ansprüche in geradezu meisterhafter Weise um und ist auch noch einer der erfolgreichsten Autoren auf Wettbewerben.

    Gruß
    Detlev

    home.arcor.de/mikepreis/
    Mehr Lust am Filmen - HC1 + HV10 + SD707+Fuji XH-1+XE-3 + Sony RX10II + RX100IV + RX100VI + HX20V+90V +YI4K
  • Nicht zu vergessen, Deine Reisefilme. Was Du zeigst, lieber Detlev, ist meines Erachtens einsame Spitze.

    Liebe Grüsse
    Edi
    Freundlichkeit ist ansteckend

    Wenn die Trümmer des Flugzeuges in der Pistenachse liegen und der Pilot aus eigener Kraft im Restaurant ein Bier bestellen kann, ist die Landung als gelungen zu betrachten. :feixen:
  • Die beiden vorgestellten Filme sind tatsächlich mal etwas ganz anderes. Ich würde sie auch weniger als Reisefilme, sondern eher als sozialkritisch bzw. experimentell einstufen.

    Kambodscha fing eigentlich recht interessant an, hat meiner Meinung nach dann aber doch deutlich nachgelassen (die Markteinstellungen sind mir ebenfalls negativ aufgefallen) und hatte leider Längen. Es fehlte natürlich auch die ein oder andere Info, wenigstens als Einblendung oder besser als Kommentar.

    Japan hat mir besser gefallen, der Film war insgesamt sehr dynamisch und kam tatsächlich ganz gut ohne Text aus.

    Auf jeden Fall muss ich Dr. Wahn recht geben, es ist nicht egal, für wen man die Filme macht. Ich versuche, Reisefilme abwechslungsreich zu gestalten, dass möglichst für jeden etwas dabei ist: die dabei gewesenen sich sehen, die nicht dabei gewesenen interessante Bilder und Informationen bekommen. Das ist natürlich eine Gratwanderung, kann aber funktionieren. Na und jedem kann man es dann sowieso nicht recht machen. :D

    Viele Grüße
    Liane :hallo:
    Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. (Noël Coward)
  • Hier haben wir wieder ein neues Beispiel, das mir recht gut gefallen hat, und das ich Euch nicht vorenthalten möchte:
    vimeo.com/4110490

    Ich finde die Idee, Einstellungen von verschiedenen Fortbewegungsmitteln aneinanderzufügen, sehr originell. Schade, dass er dieses Konzept nicht wirklich hundertprozentig durchgehalten hat.

    Viele Grüße
    Frank