North to Alaska, South to Vancouver - Kanada 2007

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  • North to Alaska, South to Vancouver - Kanada 2007

    Moin, Moin,
    eigentlich habe ich keine Zeit dafür, andererseits juckt es mich in den Fingern. Egal ich tu es mir an. :D Wer das Logbuch unseres Segeltörns gelesen hat, weiß das es ein Jahr später wieder aufs Boot nach Kanada gehen sollte. Sollte. Ich googelte immerzu in den Wochen nach unserer Rückkehr um den günstigeren Preis herauszubekommen. Ob wir also über USA, Kanada oder Deutschland buchen sollten. Denn diesmal, wir schreiben das Jahr 2007, sollte es in den Sommerferien sein, weil wir wieder ein paar Kiddies mitnehmen wollten. Wer A sagt muss auch B sagen. 2002 hatte meine Frau die Idee einmal alle Kinder ihrer Brüder mitzunehmen, 2003 war dann die Älteste an der Reihe am Ende ihrer Schulzeit. 2007 hatten dann die nächsten 2 ein Mitnahmealter erreicht, beide wären dann 14. Deswegen Sommerferien. Die Sommermonate sind nun mal Highseason, dem entsprechend teuer wurde das Unterfangen, 2 Wochen würden schon wesentlich teurer als unsere 3 Wochen im Vorjahr, 3 Wochen im Sommer, unbezahlbar.
    Also würden es nur 2 Wochen werden und eine Woche Vancouver Island mit Auto. Der Oktober nahte und es wurde Zeit zu Buchen. Da antwortete mir USA, das die Basis in Vancouver Ende Oktober 2006 geschlossen würde, der Basemanager aber es in Eigenregie wohl fortführen wollte. :heul: Ich also diesen angmailt, nur die Antwort ließ auf sich warten. ;( Also musste eine Alternative her. Von canusa.de gab’s ja immer Specials im September. die wir damals noch als günstig empfanden, sie hießen ja Specials, das suggeriert einem ja preiswert. :rolleyes: In der Regel gelten diese Angebote aber nur in der Vor- und Nachsaison, aber diesmal gab es auch eins für August: Oneway von Whitehorse nach Vancouver unbegrenzte Kilometer aber nur 19 Tage. Leider vom Termin nicht änderbar, der Ankunftstag in Deutschland wäre schon arm ersten Schultag des neuen Schuljahres gewesen. Ich also aus purer Verzweiflung auf den canusa.de rum gesurft und für Candadream gab’s einen Online Preisrechner und Konfigurator. Heraus kam für einen Camper von 28 Fuß Länge inckl. Endreinigung, Oneway, unbegrenzte Kilometer und Campingausstattung samt Stühlen ein Preis im August als Frühbucher der sogar deutlich unter dem Special lag, im Vergleich zu einem 2 Wochen Törn im August gerade zu spottbillig, Sprit für die Strecke schon eingerechnet. Da Ende Oktober immer noch keine Antwort auf meine Mailanfrage vorlag, trotz Erinnerung, die Zusage der Eltern vorlag und die Zeit drängte wurde Ende Oktober 3 Wochen Oneway Whitehorse nach Vancouver im 28" Camper gebucht. Flug mit Condor von Frankfurt nach Whitehorse, Yukon und zurück von Vancouver. Auf die Zubringerflüge nach Frankfurt für 99€ pro Person und Strecke habe ich verzichtet, bei 792€ komme ich mit einem Mietvan billiger nach Frankfurt und wieder zurück. Ankunftszeit in Whitehorse sollte 11 Uhr sein, Übernahme am gleichen Tag in Whitehorse kein Problem. Anmietungen in Whitehorse haben noch ein weiteren Vorteil, die Extragebühr für Fahrten in den Norden, die Gravelroads einschließt, entfällt. Es gibt nur drei "Straßen" die man nicht fahren darf, eine davon endet im Nichts in den Weiten der Nordwest- Terretories. Und der Norden bedeutet bei Canadream, alles was nördlich von Ft. St. John, BC ist! :hossa:

    Die Fahrt geht erst hoch in den Norden, von Whitehorse über den Klondike Hwy nach Dawson, Yukon, dann weiter über den Top of the World Hwy nach Tok, Alaska. Sollte der Wettergott sich von seiner gute Seite zeigen auch zum Denali, dann in den Süden über Haines nach Skagway zurück nach Whitehorse. Von Whitehorse gibt es nur zwei mögliche Routen nach Vancouver, den Alaska Hwy nach Dawson Creek, BC oder den Cassiar Hwy nach Prince George und dann über Banff und Jasper NP nach Vancouver.
    So die Planung, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
    Es ist für jeden was dabei, altes Gerümpel, Hoodos, Badlands, Regenwald und Wüste, Gletscher und natürlich Bäume, Bäume und natürlich Bäume, erst kleine, dann größer werdend je südlicher man kommt. Und Wilde Tier gibt es da auch. :rolleyes:

    Wer also mit will sucht sich jetzt sein Plätzchen, Handy kann zu Hause gelassen werden, kostet nur Platz und alles was nördlich von Fort St. John liegt ist Handyfreiezone, garantiert. :richter:
    Ach ja, wer schwimmen gehen will, wir campen meistens an Seen, also Badesachen nicht vergessen, Frostbeulen packen einen Neoprenanzug ein. :D

    Index:
    03.08.2007 Abreise mit Hindernissen

    04.08.2007 Whitehorse – Skagway – Whitehorse

    05.08.2007 Whitehorse – Moose Creek Campground (Stewart Crossing)

    06.08.2007 Moose Creek Campground – Dawson City

    07.08.2007 Dawson City – Tok, Alaska

    08.08.2007 Tok, Alaska - Haines Junction, Yukon

    09.08.2007 Haines Junction - Teslin

    10.08.2007 Teslin – Watson Lake – Liard River Hot Springs

    11.08.2007 Liard River Hot Springs – Muncho Lake Provincial Park

    12.08.2007 Mucho Lake Provincial Park – Dawson Creek

    13.08.2007 Dawson Creek, BC – Edmonton, Alberta

    14.08.2007 Edmonton, Alberta

    16.08.2007 Elk Island - Drumheller

    Extra Tag Dinosaur Provincial Park

    17.08.2007 Drumheller - East Coulee - Banff

    18.08.2007 Banff - Jasper

    19.08.2007 Jasper - Lake Louise

    20.08.2007 Lake Louise - Revelstoke

    21.08.2007 Revelstoke - Vancouver

    22.08.2007 Vancouver

    23.08.2007 Vancouver, Abreise
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  • Ich komm auch wieder mit, .... logisch ^^ ^^

    Viele Grüße
    Marcus
    Kalorien sind die kleinen Tierchen, die im Kleiderschrank die Hosen enger machen. .

    Der Propeller eines Flugzeuges ist nichts weiter, als ein überdimensionaler Ventilator, der den Piloten im Fluge kühlt.
    Der Beweis: Hört der Prop auf zu drehen, fängt der Pilot an zu schwitzen
    .
    :pilot:
  • 03.08.2007 Abreise mit Hindernissen


    Gestern schon am Freitag hatte ich unseren Leihwagen, einen Ford Galaxy von Sixt abgeholt, der uns zum Flughafen bringen sollte. So günstig wie damals gibt es das heute nimmer, 80€ für den Hinweg, 95€ für den Rückweg zuzüglich Sprit, deutlich weniger als die verträumten 792€ für die Zubringerflüge zu unserem Feld, Wald und Wiesen Airport. Auf dem Rückweg obendrein schneller, denn bis der Zubringerflug zurück nach Paderborn geht sind wir schon längst zu Hause. Ebenfalls gestern trudelt nach und nach die Sippe ein und es geht zum Abschiedsessen in unser türkisches Restaurant, preiswert, super Essen und vor allem draußen.
    Dann wird cool von den Eltern Abschied genommen, mal schauen wie das bei denen mit dem Heimweh werden wird. Als die Kiddies dann zu später Stunde in der Heier liegen packe ich mal grad so zwischendurch unsere Koffer, kontrolliere die Videotasche und die Papiere und hau mich ein wenig aufs Ohr. Um 4 Uhr Morgens wird dann alles im Ford verstaut und es geht ohne Frühstück auf die Bahn Richtung Frankfurt. Das sollte reichen, die Sitzplätze wurden ja mit der damaligen Condor Travellcard, oder wie das Teil hieß, reserviert, zweimal 2er Reihe Fenster. Um 7:00 Uhr erreichten wir dann mit unseren schlafenden Kiddies die Tankstelle am Flughafen Frankfurt. Dort gab es dann auch Frühstück, Hörnchen und blauen Dunst für den Fahrer. Diesmal keine Ehrenrunde am Flughafen gedreht, weil ich am Car Return vorbei gedüst bin, weiter zum unproblematischen Check In, jawohl die Sitzplätze stimmten mit der Reservierung überein. Dann weiter zu meiner Heißgeliebten Sicherheitskontrolle, diesmal habe ich meine Colaflasche vorher ausgetrunken, freundlich grüßend meine Kameratasche, das Cappi, die Zigaretten, das Feuerzeug, einen Schlüssel und das Bargeld auf das Band gelegt, den Gürtel, einen weiteren Schlüssel, ein weiteres Feuerzeug und eine Metalldose in den Hosentaschen belassen, durch den Torbogen gegangen und es hat nicht gepiepst. Daniel folgte mir schnurstracks in seinem Metall bewehrten Gruftioutfit, auch bei ihm piepste nix. Anders bei den Damen, die sollten doch ihr Jäckchen ablegen unter der außer Unterwäsche sie aber nichts mehr trugen. Frau machte ein Heidentheater, wenn sie das machen sollte würde sie ehr bei Hooters anfangen, dann würde sie fürs Strippen wenigstens noch Geld bekommen. Letztlich konnte die Security davon überzeugt, das die Damen keine Jacken trugen, sondern Oberbekleidung. Es kam wie es kommen musste, beim Durchschreiten des Tors piepste es bei beiden. Ich bin nun überzeugt davon, dass man das Piepsen auch manuell auslösen kann. Am Warteraum tobte dann das Chaos. Frankfurt wurde mal wieder umgebaut, alles Baustelle, keine Sitzgelegenheit und in den kleinen Warteraum kam man noch nicht rein. Dann begann das Boarding, keine Schlangenbildung, nur ein wüstes Gedränge. Ok, wenn das so ist, Drängeln kann ich gut, ich halte dann mal vier Plätze frei meinte ich zu den anderen und schwups war ich durch. Nach und Nach trudelte der Rest ein, nur Daniel fehlte. Stromerte wohl noch herum. Als er immer noch nicht auftauchte ging ich zum Chaos am Gate zurück, der „Kleine“ ist ja nicht zu übersehen. Hey, warum kommst Du nicht rein? Die lassen mich nicht, weil wir nach Amerika fliegen. Wir fliegen nicht in die USA, wir fliegen nach Kanada. Das glauben die mir nicht. Was hat das mit Glauben zu tun? Ich zum Bodenpersonal und gefragt, was ihnen denn einfiele einen 14 jährigen alleine da draußen Rumstehen zu lassen? Nein fiel ich ihr gleich ins Wort, wir fliegen nicht mit Zwischenlandung in Alaska zurück, sondern von Vancouver. Tickets meinte sie nur. Ich zurück und die Rücklugtickets geholt, da wurde er durchgelassen. Warum nicht gleich fragte ich? Sein Pass ist für die USA ungültig. Da muss wohl das deutsche Beamtentum den Chip im Pass vergessen haben, der er wurde ja extra für diese Reise ausgestellt und optisch sahen die Pässe von beiden Kiddies absolut gleich aus. Dann kam ein ähnliches Theater am anderen Gate auf. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern unter 10 Jahren, ohne gültigen Reisepass für die Kinder und mit Rückflug über USA. Auch sie wurde nicht durchgelassen. Ich sagte zu ihm, er hat jetzt 3 Möglichkeiten, auf eigene Verantwortung zu fliegen und sich dann drüben um einen Rückflug über Vancouver zu kümmern, denn dieser Flug geht von Whitehorse weiter nach Vancouver, oder wenn ausgebucht eben nicht nach Alaska zu fahren, sondern runter nach Vancouver oder es in Skagway zu probieren. In diesen Ort in Alaska kommt man nur über Kanada, oder mit dem Schiff vielleicht neben es die bei Kindern weniger ernst. Bei der Ausreise dann den grünen Schnipsel behalten und Condor nimmt einen problemlos mit. Daraufhin wurden sie durchgelassen. Er kam noch dreimal zu mir während des Fluges um sich dafür zu bedanken.

    Ansonsten verlief der kurze Flug ereignislos, dank unserer an den Polen abgeplatteten Kugel dauert das nur lächerliche 6 Stündchen und 30 Minütchen. Kaum Zeit zum Schlafen für mich, zwischen Essen und Dutyfree. Beim Eindringen in den kanadischen Luftraum mach ich mein Navi aus Spaß an und gebe Whitehorse als Ziel ein. Bitte in 100km rechts abbiegen und was macht der Pilot, fliegt einfach querfeldein weiter. Tss, Tss. Die Ankunft samt Einreise war wie bei Freunden, wird nur später in Alaska getoppt werden, und dann standen wir draußen vorm Terminal wie bestellt und nicht abgeholt. Hmm, habe ich was vergessen, soll man zu Fuß gehen? Ist ja nicht weit, über den Parkplatz die Straße, man sieht ja Canadream schon auf der anderen Seite. Nun kommt Zeit, kommt Shuttle, vertreiben wir uns also die Zeit mit der guten alten DC-3, dem Rosinenbomber, der hier seit dem 28.03.1981 aufgeständert steht.





    Dann kam auch unser Shuttle und nach einer langen Transferzeit von 5 Minuten standen wir vor unserem Zuhause für die nächsten drei Wochen. Eingeräumt und losgefahren zu, na was wohl, nächsten Mac. War für mich der erste Mac mit dem man drüben mit Kreditkarte bezahlen konnte, hat sich doch in den letzten Jahren einiges getan. Bargeld hatte ich noch keins, im Zweifelsfall hätten die Kiddies uns mit ihrem Taschengeld aushelfen müssen. Gut gesättigt ging’s dann zum Supermarkt gegenüber, wo dann all die wichtigen Dinge fürs Überleben gekauft wurden. Lauter gesundes Zeug, Marschmellows, Kitt-Kat, Cola und natürlich Chips, Kinder brauchen ja eine ausgewogene Ernährung. Dann auf dem Parkplatz am Supermarkt der große Schreck: Kein Handyempfang. Sagte ich doch bis weit in den Süden ist damit auch nicht zu rechnen, Handyfreiezone, the last frontier eben. Bei den Reiseunterlagen war auch ein Discountgutschein für einen Campingplatz dabei, dort hatte ich unsere einzige Reservierung für die Reise vorgenommen. Zuerst aber noch ein Banküberfall, wir brauchten ja noch hiesiges Kleingeld. Mit Hilfe von Lydia fand ich dann auch dem GC südlich von Whitehorse. Gute Gelegenheit für den ersten Englishtest, die Kiddies sollten für uns einchecken und dann das: Man spricht deutsch. Großes Grinsen auf Ihren Gesichtern.





    Dann kam die Unterweisung in die Anschlusstechnik, wir hatten Full Hookup, also konnte auch mit heller Begeisterung der Abwasserschlauch angeschlossen werden. Dann war Bettenbauen und Verstauen der Klamotten angesagt, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, Platz für die Plüdden von 4 Personen ist ausreichend vorhanden.
    Der Tag war noch jung, also ging es nach kurzer Erholung vom Einräumen noch einmal nach Whitehorse zum Beine vertreten. Als die Abzweigung zum Ufer des Yukon kam bog ich ab und parkte das RV an der erste besten Stelle am Straßenrand. Am Yukon entlang ging es nun zu Fuß Richtung Whitehorse und wir erreichten das Schmuckstück von Whitehorse, den 1937 gebauten Raddampfer SS Klondike II.






    Bis zum Bau des Klondike Hwy 1955 nach Dawson versah er seinen Dienst. Stromabwärts schaffte die Raddampfer die Strecke in 2 Tagen, zurück brauchten sie 4-5 Tage. Ein Teil des Rückweges, bis zur Klondike fuhren wir dann mit der alten Straßenbahn. So das soll für heute erst mal reichen.






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  • Moin,
    bei den weiteren Tagen wird zuerst die Route bildlich angezeigt. Aufgrund der Skalierung hier im Forum wird da nicht viel zu erkennen sein. Deshalb ist unter der jeweiligen Karte ein Google Maps Link mit dem Routenverlauf für die große Darstellung.

    Gruß
    Ulrich
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  • 04.08.2007 Whitehorse – Skagway – Whitehorse







    Gefahrene Kilometer: ca: 230


    Heute Morgen präsentiert sich der Yukon sonnig und wolkenlos, einfach herrliches Sommerwetter. Gefrühstückt wird nicht auf dem Platz, sondern wir fahren zu dem Parkplatz an der SS Klondike und das für meine Verhältnisse in aller Herr Gottes Frühe um 7 Uhr.
    Jetzt am Morgen lässt sich der Kahn auch von der Ostseite ablichten. Hier nun ein paar mehr Fotos der Klondike von gestern und heute.




















    Danach geht es weiter zum Mile Canyon, zu den ehemaligen Stromschnellen, deren weißer Gischt Whitehorse seinen Namen verdankt. Gut das es keine Deutschen waren, die dort zuerst waren, Schimmel würde sich als Ortsname seltsam anhören. Ursprünglich hieß der Mile Canyon Grand Canyon, Frederick Swatka benannte ihn im Juli 1883 nach dem General Nelson Miles. Seit der Errichtung des Damms für das Wasserkraftwerk 1958 sind die Stromschnellen gezähmt, dennoch ist es auch heute noch ein prickelndes Erlebnis mit der MS Swatka dort durch die Basaltfelsen zu fahren. 1897 wurde eine von Pferden gezogene Trambahn entlang des Canyons gebaut, auf hölzernen Schienen um Güter und kleine Boote über Land an den Stromschnellen vorbei zu transportieren. Während des Goldrausches sanken hier hunderte von Boote, etliche ertanken, bis die Northwest Mountain Police begann den Verkehr zu regeln. Die Hängebrücke über den Canyon wurde 1922 errichtet und vom Governor General Lord Byng nach dem frühen Politiker und Bergbauunternehmer Robert Lowe Bridge benannt.
















    Dann wurde es Zeit das Problem der "Greencard" von Daniel in Angriff zu nehmen. Ich entschied mich meinem Tipp an die deutsche Familie selber zu befolgen und bin erstmal nach Skagway, Alaska gefahren. Zudem versprach das sonnige Wetter auch die Aussicht, dass es am Fjord der Pazifikküste vielleicht ebenso sonnig ist.






    Wir folgen also dem Klondike Hwy und erreichen nach ca. 64 km die Carcross Desert, die kleinste bekannte Wüste. Ursprünglich bedeckt mit einem Gletschersee, als der Gletscher verschwand blieb der Sand zurück. Die vorherrschenden starken Winde vom Lake Bennett halten den Sand in ständiger Bewegung, was es der Vegetation schwer macht sich hier durch zusetzen. Pflanzen die hier überleben sind die Lodgepole Pine und Kinnkinnick.
    20km weiter erreichen wir den White Pass und damit die Grenze nach Alaska.















    Kurz vor Skagway kommt dann die amerikanische Bordercontrol. Ich halte am Schlagbaum an und eine freundliche Dame fragt uns ob wir schon die grüne Karte haben. Als ich verneine öffnet sie den Schlagbaum und meint, wir sollten dahinten mal parken und alle ins Gebäude kommen. Dort angelangt wurden wir dann gleich in einem freundlich Smalltalk verwickelt und der Herr der Stempel machte den Eindruck als käme er aus Ostwestfalen-Lippe. Nun er zwar nicht, aber sein Großvater, meinte er. Inzwischen hatten wir alle unser Formular ausgefüllt und ich händigte sie ihm samt aller Pässe aus. „Hmm very nice Passports. Not really beautiful but nice enough.“ Hinter mir krachte ein großer Fels auf den Boden, der Daniel vom Herzen fiel und vorne ein Einreisestempel auf den Boden. Als der nette Beamte ihn wieder aufhob flog ein anderer auf den Boden. Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. „Oh I see, you are very fast, indeed.“ Damit waren die Geburtsdaten der Kinder gemeint, sie waren ja beide 14, die Daten lagen etwas mehr als 6 Monate auseinander und da meine Frau ja einen Doppelnamen hat war für den Beamten klar, das wir auch die Eltern sind. Dann hieß es der Reihe nach antreten zum Fingerscan, wieder flog der Einreisestempel auf den Boden, dann wurde der Pass gestempelt, dann bekam man noch einen Schmuckstempel von der ehemaligen White Pass & Yukon Route Railway in den Pass gestempelt, der beim absetzen dann auch auf den Boden flog. Das wiederholte sich bei jedem von uns, jedes Mal sausten die Stempel zu Boden, es viel mir schwer nicht laut los zu lachen. Nach mir musste Daniel zum Scan, tja und da waren kaum Fingerabdrücke. Also Vaseline auf den Scanner, jawohl und dann sah man sie. Nur blöd, wie bekommt man nun den Scanner wieder sauber?
    Ich zog ein Taschentuch aus der Tasche wischte das gröbste ab, hauchte und wienerte bis er wieder sauber war, mein Grinsen im Gesicht wurde immer breiter. „Oh you are funny guy!“
    Irgendwann war die Prozedur beendet, man wünschte uns einen schönen Tag und wir gingen zurück zum Camper. Dort wurde erstmal herzhaft gelacht, der Druck musste raus.

    In Skagway fuhr ich erstmal bis zur Autofähre, die nach Haines und Juneau fährt. Mal schauen was die nehmen, wenn wir schon hier sind. 239.50 USD wollte sie dafür haben, kostet es übrigens 2010 immer noch. Ich entschied mich dagegen, ich wollte ja Whitehorse – Dawson – „Toni-or-Karl“ und dann den Alaska Hwy in ganzer Länge fahren.
    Bevor Frau nun ihr Bares versilbert, gab es erst mal Burger für alle in einem der hiesigen Saloons und während danach die anderen auf Shopping gingen frönte ich meinem Hobby.
    Und für die Eisenbahnfans: Es gibt drei Touren mit der White Pass & Yukon Route Railway.
    Die kurze Tour zum White Pass und wieder zurück(3,5 Stunden, $110), die Yukon Advanger Tour bis Carcross (je Strecke 6 Stunden $170, Train&Bus Combo $195) und Fraser Meadows Steam Excursion (4 Stunden, $145) Bei der Yukon Advanger Tour kann man nicht mit dem Zug am gleichen Tag wieder zurück fahren!
    Und wer viel Zeit hat, der kann auf den Spuren des Goldrausch wandeln und zu Fuß zum Chilkoot Pass kraxeln, im Klondike Goldrush State Park.





















    Gegen 16:00 Uhr ging es dann wieder retour nach Whitehorse, hinter dem White Pass hatten wir die Wolken, die sich mittlerweile über Skagway gelegt hatten, hinter uns gelassen. Bei der kanadischen Bordercontrol verneinten wir die Frage ob sie unsere grünen Schnipsel wieder einsammeln sollten, denn deswegen sind wir ja extra dahin gefahren.






    In Whitehorse angekommen geht es diesmal nicht auf den Caribou RV Park, sondern auf den MOUNTAIN RIDGE MOTEL AND RV PARK, Milepost 912 Alaska Hwy. Interessanterweise gelten immer noch die alten „Adressen“, die Entfernung in Meilen vom Beginn des Alaska Hwy’s in Dawson Creek, BC, obwohl die Streckenführung sich seit damals längst geändert hat und somit nicht mehr stimmt. Nach dem Grillen der Steaks und der Marshmellows stand noch der allabendliche Waldlauf auf dem Plan, der diesmal mehr ein Klippenspringen wahr, schließlich ist es hier bis weit nach 23:00 Uhr immer noch hell.









    Links:
    Whitehorse Waterfront Trolley
    Whitehorse History
    ferrytravel.com/
    White Pass & Yukon Route Railway
    Klondike Goldrush State Park.

    The Caribou RV Park
    Campgrounds Whitehorse
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  • WeiZen schrieb:

    Zitat von »Heinz-Jürgen« Selber Urlaub machen? Nicht nötig; ich begleite wieder Ulrichs Sippe.
    Doch, doch, Ullis Reiseberichte animieren uns durchaus, selbst mal dorthin zu fliegen.
    Was mir auch sehr gefällt, ist Ullis Text, da kommt auch der Humor nicht zu kurz. :cool1:

    Meint
    Edi
    Freundlichkeit ist ansteckend

    Wenn die Trümmer des Flugzeuges in der Pistenachse liegen und der Pilot aus eigener Kraft im Restaurant ein Bier bestellen kann, ist die Landung als gelungen zu betrachten. :feixen:
  • 05.08.2007 Whitehorse – Moose Creek Campground (Stewart Crossing)







    Gefahrene Kilometer: ca. 384km

    Erstaunlich für mich bin ich wieder recht früh um 6:30 Uhr auf den Beinen, nun ja für meine Verhältnisse habe ich ja auch lange genug geschlafen. Nach dem Frühstück, für mich Weißbrot mit richtiger Salami, so was gibt es ja hier in Kanada in jedem Supermarkt, die sind hier etwas besser sortiert, als drüben im Süden, für die anderen Cerials in Milch, geht es dann erstmal zur Dumpstation. Wir hatten kein Full Hookup, nur Wasser und Strom (PW = Power & Water), und wenn an der Dumpstation keiner vor mir steht, dann fahr ich da auch rüber. Ist mit Tankstellen das gleiche, wenn eine kommt, dann wird auch voll gemacht, man weis ja nie was kommt.



    Toni machte mich darauf aufmerksam, es gibt in Whitehorse einen Wolkenkratzer als Blockhaus. Während des Baus des Alaska Hwy waren Unterkünfte für die Arbeiter und Soldaten Mangelware. Selbst die Raddampfer dienten während der Nacht als Unterkunft, wenn sie nachts über festmachten. Bereits in den 1870iger veranlasste knapper Wohnraum Martin Berrigan Blockhütten als Skyscraper zu bauen, der drei stockige in Whitehorse war sein letzter und wurde 1947 fertig gestellt. 58 Baumstämme hoch, je 150kg schwer, ursprünglich einfach auf den Boden gestellt, wurde doch später ein Fundament aus Beton hinzugefügt, sowie Strom und Abwasserleitungen. Alle 5 errichteten Einheiten werden immer noch als Apartments vermietet, in einem ist die Log Skyscraper Trading Post.
    Nun in 2007 wusste ich davon nichts, steht auch in keinem Reiseführer den ich kenne.

    So nun aber ab auf den Hwy 2, dem Klondike Hwy nach Dawson und Alaska.







    Gegen 10:00 erreichten wir das Überbleibsel einer ehemaligen Unterkunft am Whitehorse to Dawson Overland Trail. Der einzige und schnellste Weg von Whitehorse nach Dawson während des Goldrausches und lange Zeit danach, waren die Raddampfer über den Yukon, bis er bei Wintereinbruch zufror. Im Spätherbst und Frühwinter machten sich nur wenige Pferde und Hundegespanne auf den Weg. 1899-1900 richtete die Canadian Development Company einen Postdienst mit Schlittenhundengespannen ein. Im Folgejahr wurden die Schlittenhunde durch Pferde ersetzt. 1901 wurde die Gesellschaft von der White Pass & Yukon Railway übernommen, weil sie um ihr lukratives Raddampfergeschäft fürchtete. 1902 wurde sie von der Yukonregierung mit dem Bau der ersten Winterstraße beauftragt. Der Bau begann im Sommer und war im November beendet, 330 Meilen lang, 70 Meilen kürzer als die Flussroute, Baukosten $129.000. Zum ersten Mal war Dawson im Winter nicht 8 Monate von der Außenwelt abgeschnitten. Eine Postkutschen Verbindung wurde eingerichtet, der Royal Mail Service.
    Das erste Auto fuhr die Strecke 1912. War anfänglich die Strecke nur im Sommer passierbar, wuchs der Verkehr dann doch rasch an das bald so gar eine Geschwindigkeitsbegrenzung verhängt wurde. :EEK:












    Ein Stunde später erreichten wir das größte Hindernis der damaligen Flussschifffahrt, die Five Finger Rapids. Aus eigener Kraft kamen die Raddampfer nicht gegen die Strömung an, deswegen wurde eine Winde installiert, die sie dann dort durchzog. Wie man auf den Bilder sieht geht es steil den Hang herunter, wenn man zu Fuß zu den Rapids möchte. Ein netter Mensch hat dafür eine Treppe errichten lassen. Uns reicht der Ausblick auf die Stromschnellen, den Weg noch weiter runter zu den Resten der Winden überlassen wir gerne anderen.



















    Kurs darauf erreichen wir Minto oder das was der Waldbrand davon übergelassen hatte, nämlich nichts. Es existiert noch so was wie ein Überbleibsel vom Campingplatz unten am Yukon und es gibt hier eine Flussfähre auf die andere Seite. Die Dirtroad die dort im Nichts endet führt jedenfalls nicht nach Fort Selkirk. Ja Fort Selkirk, da wollte ich eigentlich hin, heute. Das daraus nichts geworden ist, lag nun nicht an unserem gestrigen Abstecher nach Skagway, nein nein. Fort Selkirk, benannt nach den Nativen dieser Gegend, liegt an der Mündung des Pelly Rivers in den Yukon. 1848 von der Hudson Bay Company als Handelsposten errichtet und 1852 an den heutigen Platz verlegt. Die Tingit sahen darin eine Konkurrenz ihrer traditionellen Handlesbeziehungen und brannten es noch im gleichen Jahr nieder. 40 Jahre später erst wurde es wieder aufgebaut. Nach dem Bau der Überlandstraße verlor es zunehmend an Bedeutung und 1950 verließ der letzte Bewohner das Fort. Seit 1982 erhalten die Selkirk First Nations und die Yukon Regierung gemeinsam die Ansiedlung.
    Ok, genug Geschichte, wenn ich da nun hinwollte, warum tat ich das dann nicht?
    Nun kurz vor unserer Abreise erhielt ich eine Mail vom einzigen Anbieter der Bootstouren von Minto nach Fort Selkirk anbot, das er sein Geschäft zum 31.07.2009 aufgibt :traen:, wo immer in diesem Nichts das gewesen sein soll. Die einzige Möglichkeit heutzutage noch dahin zu kommen, ist das Flugzeug oder mit einer Kanutour von Whitehorse nach Dawson. Dafür gibt es zahlreiche Veranstalter, Dauer 7-14 Tage, a 6 Stunden paddeln mit der Strömung.
    Und soviel Zeit hatten wir nun mal nicht.
    Wieder auf dem Klondike erreichen wir nach 104km Stewart Crossing, eine Tankstelle und fünf Häuser am Ufer des Stewart River. Genau, nach dem Volltanken und Eis für alle geht’s dann weiter. „In 250 Meter haben sie zwei Möglichkeiten“, meldete sich Lydia auf einmal zu Wort „entweder Sie benutzen die Fähre oder sie schwimmen!“ Ich wähle keins der beiden Optionen, ich nehme einfach die Brücke. Noch heute weißt Google dort eine Fähre aus, kennt keine Brücke, dabei sieht diese aus, als steht sie dort schon 30 Jahre und länger. An der Kreuzung biegen wir links ab. Wer Zeit und Lust hat kann rechts abbiegen und über den wenig befahrenden Silvertrail die 111km zum Keno Mountain fahren. Ein 10km lange Gravelroad führt auf den 1849 Meter hohen Gipfel, die beste Aussicht weit und breit. Lt. Reise Know How für große Wohnmobile nicht geeignet, was immer mit Groß gemeint seien soll. Wie gesagt wir biegen links ab und nach weiteren 26km ist unser Plätzchen für die Nacht erreicht, der Moose Creek Campground, an der Mündung des Moose Creek in den Stewart River. Wir hoffen dass der Name auch Programm ist, denn bislang haben wir kein Moose gesehen. Sobald ich auf dem erst besten Platz in der Nähe des Trailheads zum Stillstand komme, summt hinter mir das Slide Out raus, aha, die Kiddies sind nun auch angekommen. Bis ich mich aus dem Fahrersitz geschält habe, ist schon der Tisch aufgebaut und ich kann Daniel gerade noch bremsen uns anzuschließen. Es gibt keine Anschlüsse, Goverment Campground. Dafür nehme ich ihn mit zur Self Registration und steck die $12 in den Umschlag. Dann beladen wir uns mit Holzscheiten und kehren um zu unseren Platz. Jawohl in Yukon ist das Feuerholz noch gratis, in BC ist es Geschichte. Ein bisschen Rinde und trockene Zweige gesucht, Feuerzeug dran, Scheit oben drüber, fertig. Als 5 Minuten später der Scheit Feuer und Flamme ist, legen wir weiteres Holz nach und um 18:00 sind die Steaks, gegrillt, verspeisst und das Geschirr abgespült und wieder im Schrank. Unserer üblichen Wanderung steht nichts im Wege, außer der Weg selbst, der uns zum Stewart River führen soll.





    Da seh ich was im Unterholz. Da war doch was. Schhttt, psst, Ruhe bewahren.



    Tatsächlich, nein kein Bärchen, auch kein Moose, sondern ein Luchs. Wir starren ihn an und er uns.



    Als es ihm langweilig wird und wir wohl nicht in sein Beuteschema passen, und er nicht in unsers, erhebt er sich und trollt sich davon. Nichte übernimmt die Führung und verwechselt Wildwechsel mit Trail und irgendwann steht wir im Meterhohen Gestrüpp.





    Umkehren? Nö, einfach den Bach weiter folgen und so schlagen wir uns weiter durchs Unterholz. Dumm nur das der Bach wie hulle mäandert, soll heißen er schlängelt sich auf seinen letzten Metern durch die Gegend, der Trail hätte die ganzen Windungen abgekürzt. Aber ich wollte ja nicht umkehren.




    Nach 90 Minuten erreichten wir tatsächlich den Stewart River.





    Am Ufer fand sich im Unterholz auch zwei Blockhütten und mit dem Stewart River haben wir auch unseren Trail wieder erreicht und was soll ich sagen, zweimal sind wir im Gestrüpp 1 Meter dran vorbeigelaufen. Wir beenden den Looptrail, entfachen das Lagerfeuer erneut und die Kiddies halten wieder ihre Marshmellows übers Feuer. Als es dann dunkel ist, wird es Zeit für die Heier.
    Ein Wort noch zu den Mücken. Wir haben ja in der Regel immer an irgendeinem Gewässer genächtigt, sind durch die Wälder gestiefelt, Mücken waren nie das Problem, nicht mehr als hier bei uns, nicht der Rede wert, das hatten wir von den großen Seen ganz anders in Erinnerung. Stehen bleiben im Wald und nix passiert.

    Links:
    logskyscraper.com/
    bellsalaska.com/whitethings.html

    The Whitehorse to Dawson Overland Trail

    Fort Selkirk (deutsch)

    Moose Creek Campground
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  • Hallo zusammen,
    Hi Ulli,

    auch ich folge Dir wieder unauffällig,

    Udo schrieb:

    ich bin immer wieder erstaunt über die Super-Aufnahmen
    ja Udo das stimmt,

    Ulli, womit machst Du dieser Bilder, sind das stills aus dem Film oder Digicam ?
    Gruß
    Herbie
  • 06.08.2007 Moose Creek Campground – Dawson City






    Gefahrene Kilometer: ca. 192km

    Zuerst eine Bemerkung zu den Fahrzeiten von Google: Die haben wohl die Besichtigungszeiten mit einkalkuliert. :D Sowohl gestern wie auch heute, die reine Fahrzeit ist erheblich kürzer.

    Irgendwann gegen 8:00 Uhr morgens sind wir wieder on the road, noch 150km bis Dawson City. Ein Blick gen Himmel, das ist ja nun gar nicht mein Wetter :cursing: , eine dicke Wolkendecke hängt über uns aus der es auch ab und an ein bisschen tröpfelt. Nach 110km ist der Abzweig zum Dempster Hwy erreicht. Wer 2-3 Tage Zeit kann hier die Gelegenheit ergreifen zum Polarkreis vorzustoßen. Anfänglich geteert, wird es später eine Gravelroad.














    Bonanza Creek und Dawson City


    Nach weiteren 36 km erreichen wir den Abzweig zur Bonanza Creek Road, eine Gravel Loop Road, die wir aber nur 16km bis zum Discovery Claim fahren, der Stelle wo Skookum Jim am 17. August 1896 Gold fand und mit seinen Kumpels Tagish Charlie und George Carmack die ersten Claims absteckte. Ein paar Tage später registrierte Carmack in Forty Mile auf seinen eigenen Namen den Discovery Claim. Innerhalb weniger Tage waren Bonanza und Eldorado Creek abgesteckt und als die Nachricht außerhalb ankam, war der Klondike Goldrush geboren.
    Und noch ein weiterer Name ist mit dem Discovery Gold am Bonanza Creek verbunden, Robert Henderson. Er hat erstmals systematisch die Region erforscht und das Goldpotenzial der Gegend festgestellt, nur der Fund blieb ihm versagt. Auch ohne Internet verbreitete sich die Nachricht in Windeseile und 1898, nur zwei Jahre später lebten, schufteten und quälten sich hier 40000 auf der Suche nach dem schnellen Reichtum. 1899 waren es nur noch 8000, die Claims waren abgesteckt und in Nome, Alaska war neues Gold gefunden worden. 1902, als Dawson Stadtrechte erhielt, waren es unter 5000, heute (2006) sind es 1327.
    Was hier gefunden wurde und immer noch gefunden wird ist Flussgold, vom Regen ausgewaschenes Gold in den Bergen, von den Wasserläufen an ruhigen Stellen abgelagert. Nun musste man nur noch die Goldpfanne kreisen lassen, zurück blieben die Nuggets. Eigentlich ganz einfach. :rolleyes:





    Für den Industriellen Abbau benutze man Eimerketten-Schwimmbagger, der größte seiner Art ist die Dredge No.4 94m lang, 30m hoch, 3000 Tonnen schwer. Rund um die Dinger ist ein kleiner Teich auf denen sie schwimmen. So hat sich der Dredge No.4 von unten aus dem Tal des Klondike, den Bonanza Creek hochgeschaufelt. Vorne wurde das Gestein gebrochen, nach innen befördert, gewaschen, und der Schutt hinten wieder abgelagert, Ausbeute 90% oder 28kg Gold pro Tag, zur Bedienung reichten 4 Mann. Bis 1966 war er in Betrieb. Leckgeschlagen lag er bis 1991 eingefroren in seinem Loch. Bis man ihn aufgetaut hatte und alles Wasser abpumpen konnte, kam schon der nächste Winter, aber 1992 schaffte man es dann ihn endgültig trocken zu legen, heute ist er eine National Historic Site. Schließen wir uns also nun der Führung an.

























    Führerhaus






    Die "Waschpfanne"


    Die "Waschpfanne"


    Genug des Goldes, zurück geht es zum Hwy 2 und rauf auf den Midnight Dome von dem man eine wunderbare Rundumaussicht, auf den Klondike, den Bonanza Creek, Dawson City und auf den, auf anderen Seite des Yukon liegenden Top of the World Hwy hat.

    Klondike und Bonanza Creek


    Klondike und Bonanza Creek


    Dawson City, an der Mündung des Klondike in den Yukon








    Wieder unten in Dawson angekommen geht es auf den City Gold Rush Campground an der 5th Avenue. Dort meint Petrus endlich es wird mal Zeit mir etwas Sonnenlicht zu spendieren um Dawson City ins rechte Licht zu setzen, aber sputen bitte, es reicht so gerade.

























    Nach einer Filmrallye durch Dawson bin ich rechtzeitig zum Abendessen zurück, Chefkoch Daniel hatte heute Geschnetzeltes aus der Pfanne auf der Menukarte. Anschließend wurde ich zum Abwasch verdonnert. ;( Der Tag ist noch jung, also ging es zum Fähranleger wo die Fähre uns morgen rüberbringen soll zum Top of the World Hwy. Anleger ist gut, ein Haufen zusammen geschobenes Geröll wo die Fähre gegenfährt und während der Beladung weiterhin gegen das Ufer drückt um nicht von der Strömung des Yukon weggerissen zu werden. Die Fähre ist kostenlos und meine Befürchtung, dass wir da nicht draufpassen erweist sich als Grundlos.













    Wenn der da schon draufpasst, soll’s für uns auch reichen. Rüber geht’s auf die andere Seite zum schöneren Yukon River Goverment Campgound, denn dahinter verrotten 5 Schaufelraddampfer im Sternwheeler Graveyard. Der Zahn der Zeit und nicht zuletzt die zahlreichen Besucher haben den morschen Planken zugesetzt, im Grunde nur noch ein riesiges Osterfeuer, ein Holztrümmerhaufen.















    Zurück im Camper gewinne ich als Revanche für den Abwasch ein paar Piepen beim Doppelkopf. Armer Daniel, ob sein Taschengeld bis zum Ende des Urlaubs reicht. :rolleyes:
    Zuvor war ich am Telefon am Office Online. Das Telefon hat einen Dataport und damals war trotz Übernahme von AOL durch Who the f.. is Alice mein AOL Account noch gültig.
    Superschnelle Modemverbindung, die Buchstaben wurden wohl einzeln verschickt. Aber außer Vermisstenmeldungen und oh, oh, bescheidene Wettermeldung nichts aufregend neues.
    Dann tat ich noch ein gutes Werk. Es tauchte ein Grüppchen deutscher Kanuten auf, die soeben in Dawson eingepaddelt sind. Sie wollten sich gerne via Webmail als lebend zu Hause zurück melden.

    Links:
    Dredge No.4
    Dawson City
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

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  • 07.08.2007 Dawson City – Tok, Alaska






    Gefahrene Kilometer: ca. 296km


    Mann, Mann, was ist los mit mir? Schon wieder bin ich früh auf den Beinen. Um 6:30 Uhr brutzelt die Sonne in mein Gesicht und ich spring in meine Klamotten. Ich hatte ja noch ein paar offene Rechnungen in Dawson offen. Um 6:45 bin ich auf der Pirsch und versuche möglichst viel von Dawson in der Morgensonne einzufangen während der Rest am Frühstücken ist. Ich erledige das beim Warten auf die Fähre die natürlich just zur anderen Seite fährt als wir da ankommen.





    Ah die Fähre kommt, wir können drauf fahren. Wieder winkt mich, wie gestern, der Steuermann nach oben und gibt mir zu verstehen, das ich von hier oben doch viel besser filmen kann. So unterschiedlich sind doch die Länder.





    Um 9:00 Uhr sind wir dann drüben, auf dem Hwy 9, dem Top of the World Hwy. Nein das ist keins der amerikanischen Superlativebezeichnungen, sondern schlicht eine Straße, die auf den Bergkämmen nach Alaska verläuft. Aber erst einmal Dawson von oben.













    Beiderseits der Straße hat tut sich ein weiter Blick in die Wildnis auf. Der Yukon Highway 9 begann als Packtrail schon früh nach dem Goldrausch. Er verband Sixtymile und benachbarte Goldbäche mit Dawson. Der Trail wurde immer weiter ausgebaut und wurde dann als Ridge Road bekannt. In den 1930’s wurde die Straße bis zur Grenze von Alaska verlängert und von dort weiter nach Jack Wade und Chicken um diese Gemeinden in Alaska mit Dawson zu verbinden. In den späten 1940’s bekamen diese Gemeinden durch den Taylor Hwy Anschluss an den Rest den Welt durch den neuen Alaska Hwy. Während der ToW Hwy auf kanadischer Seite asphaltiert ist, ist er auch US Seite immer noch eine Schotterstraße, nach meinen dafürhalten ein Mischmasch aus Sand und Shotter.



















    Nach 108km erreichen wir Poker Creek, Alaska, den nördlichsten Grenzübergang in die USA in 1258m Höhe und der stattlichen Einwohnerzahl von 2 Personen. Aber immerhin mit eigenem Flugfeld und Tankstelle und Imbiss, 3km nebenan.

    Welcome to the Last Frontier


    Haus Einwohner 1 :D


    Haus Einwohner 2 :D




    Landestreifen


    Restroom






















    37 km weiter erreichen wir den Jack Wade Dredge in der Nähe des Walker Fork Campgrounds. Im Winter 1906-07 wurde dieser erste Eimerketten Schwimmbagger nach Fortymile River transportiert und verrichtete dann seinen ersten Dienst am Walker Fork und South Fork. 1935 kaufte ihn die North American Mining Company und brachte ihn auf von Traktoren gezogen Schlitten nach Wade Creek. 1941 wurde er dann abgeschaltet, kurz nachdem er von Dampf auf Diesel umgestellt wurde. 2000 stellte das BLM (Bureau of Land Management) einen Warnhinweis auf, 2001 wurde er eingezäumt nach dem die Warnung nicht beachtet wurde. 2003 entschied das BLM das er abgewrackt wird. Und nun die große Enttäuschung für die Gerümpelfraktion, der Dredge ist dort nicht mehr seit Ende September 2007!! Einige Teil wurden in der Nähe des Postamts in Chicken, Alaska aufgebaut, während das meiste in Tok, Alaska auf den Schrottplatz wanderte. Mann, Mann, was hatten wir für ein Schwein ihn noch dort anzutreffen.





    Man beachte mal die "Tännchen", insbesondere deren Länge der Äste




    Man sprcht Deutsch










    Wade Creek Goldwasser :D


    Weiter ging es 25km durch Sand und Schotter an einem Abhang vorbei zur Chicken Community, mit Chicken Airport, Chicken Store, Chicken Tankstelle usw. Die Kiddies kriegen sich nicht mehr ein und ich jetzt auch nicht. Warum habe ich Depp davon eigentlich keine Aufnahmen gemacht?









    Um 15:30 sahen wir dann das Elend auf uns zu kommen, Schlechtwetter. Bis zur Ankunft in Tok hat es die restlichen 60 Minuten geschüttet, mit unter Wolkenbruchartig. Bei der Auffahrt auf den Tok RV Village Campground hat’s dann nur noch gefisselt. Die Wahl auf diesen Platz fiel wegen dem WiFi, der kostenlosen WoMo Waschanlage und dem Night Entertaiment, Dave Stancliff & Family. Ein netter Abend im Altersheim bei GEMAfreier Musik. Zwei Selbstgebrannte Audio CDs, handsigniert gingen in meinen Besitz über, die restliche Zeit würden wir sie rauf und runter hörten und gröhlent mitsingen. Top 1 Hit wurde It’s a Moose. Doch, Doch es war wirklich eine Gaudi für alt und jung und danach hatte es wenigstens aufgehört zu Regnen, so dass unsere allabendliche Buschwanderung doch nicht ins Wasser fiel. Coyote ja, Squirl ja, aber kein Moose. Bilder gibt ‘s auch keine davon, ok eins, hab mir mal frei genommen wegen Regen.



    Spät um 23:00 waren wir wieder zurück, im Regen und allmählich wurde es dämmrig draußen. Nach dem Einschalten des Schleppis brachte dieser keine guten Nachrichten, Regen, Regen, Regen für die nächsten Tage. Das heißt auf deutsch Denali gestrichen. Macht im Dauerregen nun gar keinen Spaß und hätte obendrein zur Folge, das wir dann mit dem Regen nach Süden fahren müssten. Als ab auf den Alaska Hwy und ab in den Süden. Zur Bestätigung trommelte es auch wieder aufs Dach. Es war im Nachhinein auch noch eine sehr gute Endscheidung. Zum ersten Mal wird die Heizung eingeschaltet um die Kühle und auch die Feuchtigkeit zu vertreiben die wir mit reingebracht hatten. Und noch eine Nachricht brachte der Schleppi, eine Vermisstenmeldung unserer aller Eltern durch meinem Arbeitskollegen. „Hurra wir leben noch“ antwortete ich ihm und nein die nächsten 7 Tage herrscht weiterhin Funkstille, das ist doch bekannt, sie müssen es doch nun endlich glauben, wir haben kein Handynetz.

    Links:
    Jack Wade Dredge 1

    Jack Wade Dredge 2
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

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